Mittwoch, 4. Februar 2026, 18 Uhr Labor Alltagskultur 1120 Wien, Kolonieweg 48
Ein politisch-literarischer Abend anlässlich des 15. Todestages von
Peter-Paul Zahl //
Barbara Eder
Der Dichter, Drucker und Romancier Peter-Paul Zahl (1944–2011) entwickelte sein Schreiben aus einer radikalen Verweigerung gegenüber bürgerlicher Arbeitsethik und staatlich organisierter Normalität. Zentral ist dabei der Begriff des Lumpenproletariats, den Zahl nicht abwertend, sondern als bewusste Gegenposition fasst: als Existenzform jenseits von Beruf, Karriere und demokratischer Illusion. In Texten wie „Lumpen im Schließfach“, verfasst während seiner Haft als politischer Gefangener der BRD, insistiert er darauf, dass Autonomie nicht Selbstverwirklichung, sondern Ausstieg aus der Zwangslogik von Lohnarbeit, Warenform und Bankkonto bedeutet. In seiner Aufsatzsammlung „Die Stille und das Grelle“ heißt es: „Berufsverbot? Man hatte nie einen Beruf, oder wenn man einen hatte, war er es nicht wert, ihn zu verteidigen.“
https://www.jungewelt.de/artikel/516674.der-letzte-reggae.html
Barbara Eder (freie Autorin, Wien) studierte Soziologie, Philosophie und Informationstechnologie in Wien, Berlin und Frankfurt/M. und promovierte. Sie schreibt u. a. für jungle world, konkret, junge Welt (jW), nd-aktuell, die Wiener Stadtzeitung Augustin und die Monatszeitschrift Tagebuch. Ihre Themen und Interessen umfassen marxistische Theoriebildung, Popkultur & Kritische Theorie sowie Open-Source-Politiken in Verbindung mit feministischer Handlungsmacht und postkapitalistischem Commoning.
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